Zugriffsrechte im Facebook Business Manager richtig zu vergeben ist eine der wichtigsten – und am häufigsten unterschätzten – Aufgaben im Social-Media-Marketing. Zu viele Rechte für zu viele Personen öffnen Türen für Fehler, Missbrauch und Compliance-Verstöße. Zu wenig Rechte blockieren die tägliche Arbeit.
Dieser Artikel erklärt das Rollensystem des Business Managers vollständig – und gibt klare Empfehlungen, wer welche Rechte bekommen sollte.
Die zwei Ebenen der Zugriffsrechte im Business Manager
Der Business Manager unterscheidet grundlegend zwischen zwei Ebenen:
Business-Ebene: Bestimmt, wer generellen Zugang zum Business Manager hat und mit welcher Rolle (Mitarbeiter oder Admin).
Asset-Ebene: Bestimmt, wer auf welche spezifischen Assets (Seiten, Werbekonten, Pixel, etc.) Zugriff hat und mit welchen Rechten.
Beide Ebenen müssen korrekt konfiguriert sein. Jemand kann Business Manager-Mitarbeiter sein, aber ohne Asset-Zuweisung hat er praktisch keinen Zugang zu irgendetwas.
Business-Ebene: Admin vs. Mitarbeiter
Admin: Vollständige Kontrolle über alle Business-Manager-Einstellungen. Kann Personen hinzufügen und entfernen, Assets zuweisen, Zahlungsmethoden verwalten und den gesamten Business Manager verwalten. Empfehlung: Maximal 2–3 Personen.
Mitarbeiter: Kann nur auf Assets zugreifen, die explizit zugewiesen wurden. Keine Verwaltungsrechte. Empfehlung: Standard für alle Teammitglieder.
Regel: Admin-Rechte auf Business-Ebene sollten nur Personen haben, die tatsächlich für die Verwaltung des Business Managers verantwortlich sind – nicht jeder Kampagnen-Manager.
Asset-Ebene: Rollen für Seiten
Für Facebook-Seiten gibt es innerhalb des Business Managers mehrere Rollen:
Admin: Vollständige Seitenrechte. Kann alles tun, einschließlich anderen Rollen vergeben.
Editor: Kann Posts erstellen, veröffentlichen, Anzeigen schalten und Insights abrufen. Kein Zugang zu Seiteneinstellungen oder Rollen.
Moderator: Kann Kommentare beantworten und moderieren, Messages verwalten. Kein Post-Erstell-Recht.
Werbetreibender: Kann Anzeigen für die Seite schalten. Kein organisches Content-Recht.
Analyst: Kann nur Insights einsehen. Keine Aktionsrechte.
Asset-Ebene: Rollen für Werbekonten
Admin: Vollständige Kontrolle: Kampagnen erstellen, bearbeiten, Rechnungen einsehen, Rollen vergeben.
Werbetreibender: Kann Kampagnen erstellen und bearbeiten. Kein Zugang zu Zahlungsinformationen oder Rollenverwaltung.
Analyst: Nur lesender Zugriff auf Kampagnendaten und Insights.
Agenturen und Partner: System-Nutzer vs. Partner-Zugriffsanfragen
Für externe Agenturen und Dienstleister gibt es zwei Methoden der Zugangsvergabe:
Partner-Zugriffsanfrage: Die Agentur hat einen eigenen Business Manager und fordert Zugang zu deinen Assets an. Empfohlen: Die Agentur behält volle Kontrolle über ihre Mitarbeitenden, und du kontrollierst, auf welche Assets sie Zugang haben.
Direkte Einladung als Mitarbeiter: Die Agentur-Mitarbeitenden werden direkt in deinen Business Manager eingeladen. Mehr Kontrolle für dich, aber mehr Verwaltungsaufwand.
Empfehlung: Für langfristige Agenturbeziehungen ist die Partner-Zugriffsanfrage die sauberere Lösung.
Best Practices für Zugriffsrechte
Principle of Least Privilege: Jeder bekommt nur die minimalen Rechte für seine Aufgabe.
Regelmäßige Access Reviews: Mindestens quartalsweise überprüfen, wer welche Rechte hat.
Sofortiges Offboarding: Beim Austritt von Mitarbeitenden oder Ende der Agenturbeziehung sofort alle Zugänge entziehen.
Niemals Passwörter teilen: Jede Person hat ihren eigenen Zugang.
Keine persönlichen Accounts für Unternehmensaktivitäten nutzen.
Häufige Fehler bei Zugriffsrechten
Ex-Mitarbeitende oder Ex-Agenturen haben noch Zugang (Privilege Creep).
Alle bekommen Admin-Rechte, weil es „einfacher" ist.
Zugriffsrechte werden nie überprüft oder aktualisiert.
Agenturen bekommen direkten Plattformzugang statt Partner-Zugriffsanfragen.
Für Teams, die mehrere Accounts und Agenturen gleichzeitig verwalten: Ein Social-Media-Management-Tool mit integriertem Rollenkonzept ergänzt den Business Manager um einen teamweiten Freigabe-Workflow.
Fazit
Das Zugriffsrechte-System des Business Managers ist mächtig und flexibel – aber nur, wenn es bewusst genutzt wird. Wer Rechte nach dem Minimalprinzip vergibt, regelmäßig reviewed und sauber offboardet, hat die Grundlage für sicheres, compliances-gerechtes Facebook-Marketing gelegt.